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Wer Fehler macht, lernt.

Meine Schulzeit war geprägt von Hoffnung, Frust, Erfolg und Niederlage. Ich war Gewinner und Verlierer, ein exzellenter Schüler und Versager, der die Maturaprüfungen beim ersten Anlauf nicht geschafft hat.

Ok, ich habe ADHS. Mein Gehirn ist anders verdrahtet. Ich kann meine Aufmerksamkeit nicht regulieren, dies vor allem bei langweiligen Aufgaben. Wenn ich zu wenig Dopamin habe, dann breitet sich ein Gehirnnebel aus und ich drifte in eine Traumwelt ab.

Das ADHS erklärt vieles, aber nicht alles.

Ich habe mich auf mein Talent verlassen.

Ich bin davon ausgegangen, dass sich mein Potenzial weder verändern noch vergrössern lässt. Ich bekam bei guten Leistungen viel Lob für mein Talent und nicht für meine Anstrengung. Ich habe angefangen, Herausforderungen zu meiden, aus Angst, mein Talent aufs Spiel zu setzen.

Ich habe mich nicht angestrengt.

Die Menschen um mich herum sollten nicht merken, dass ich gar nicht so begabt bin. Ich habe Arbeiten aufgeschoben und mir eingeredet, dass alles gut kommt. Ich war im Teufelskreis von schlechter Note und ungenügender Vorbereitung gefangen.

Ich konnte Fehler nicht akzeptieren.

Da ich ja “begabt” war, suchte ich die Ursache für meine Fehler beim ungerechten Lehrer, bei den zu schwierigen Prüfungen und bei der schlechten Tagesform.

Das fixe Selbstbild – die Annahme, dass sich unser Potenzial nicht vergrössern lässt – ist in unserer Gesellschaft fest verankert. Dies führt dazu, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene ihr Leistungsvermögen nicht oder nur ungenügend abrufen können.

Gerade in der Schweiz sind wir auf den Menschen mit all seinen Begabungen angewiesen. Wir können und wollen die Ressource Mensch nicht kompensieren. Wir haben auch keine Zeit, auf Reformen und Anpassungen des Bildungssystems zu warten. Wir müssen bei uns selbst beginnen.

Du kannst dein Potenzial vergrössern, indem du die Herausforderung annimmst, dich anstrengst, die Fehler akzeptierst und darüber reflektierst. 


Wenn wir uns intensiv mit etwas auseinandersetzen – zum Beispiel mit Klavierspielen oder Auswendiglernen – verstärken sich bestimmte Verbindungen zwischen Nervenzellen und Hirnarealen. Das Gehirn verändert sich. Wir werden dank der Neuroplastizität zu besseren Lernerinnen und Lernern.

Je stärker und intensiver die Erfahrungen sind, desto besser können wir Informationen einordnen, sprich lernen.

Michael Jordan absolvierte vor jedem offiziellen Basketball-Training noch ein Extra-Training, um sich zu verbessern. J.K. Rowling schrieb ihr erstes Harry Potter-Manuskript mehrfach von Hand, da sie sich weder Computer noch Kopierer leisten konnte.

Walt Disney wurde bei einer Zeitung mit der Begründung entlassen, er sei zu wenig kreativ. Oprah Winfrey wurde attestiert, sie sei nicht fernsehtauglich und Michael Jordan wurde aus dem High School-Basketballteam geworfen. Biografien von berühmten und erfolgreichen Menschen ermutigen uns, die steinigen Wege zu gehen und das Ziel nicht aus den Augen zu lassen. Es gibt keine Perfektion, hinter jedem Erfolg steckt harte Arbeit.


Diese 5 Tipps sollen dir helfen, Herausforderungen anzunehmen:

  1. Stell die Frage “Wie kann ich es lernen?” und nicht “Kann ich es lernen?”.
  2. Unterteile jede Aufgabe in 3 bis 5 Teilziele. Die Etappen helfen dir, dran zu bleiben und schneller Erfolge zu erzielen.
  3. Lerne in Zeiteinheiten von 15 bis 25 Minuten. Wenn du ADHS hast, starte mit Sequenzen von 10 Minuten. So kannst du den Fokus behalten.
  4. Fokussiere und visualisiere den Zieleinlauf und gib dir nach Erreichen des Ziels eine kleine Belohnung. 
  5. Akzeptiere Fehler und stell die Warum-Frage. Je kürzer die Lernetappe desto einfacher überwindest du Rückschläge. Hol dir Hilfe.

FEHLER sind HELFER

Aus jedem FEHLER wird ein HELFER und jeder noch so kleine Rückschlag bringt dich einen Schritt weiter. Der Aha-Moment zeigt dir, dass du etwas gelernt hast. Es gibt noch viele Tipps, die ich und sicherlich auch andere dir geben könnten. Das wichtige ist, dass du den ersten kleinen Schritt machst und nicht wartest, dass es gut kommt.

Was sind deine Erfahrungen? Woran bist du gescheitert? Was hat dir geholfen? Ich freue mich auf deinen Kommentar und denk daran: Wer keine Fehler macht, lernt nicht.

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