7 ADHS-Fake-News!

Unwahrheiten und Verschwörungstheorien verbreiten sich gerade in Krisensituation sehr schnell. Wir sind empfänglich für einfache und populäre Antworten. Wir scheuen die Warum-Frage und ignorieren Forschung und wissenschaftliche Erkenntnisse – so ist es auch mit dem Thema ADHS, der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Über 5% der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen haben ein diagnostiziertes ADHS.

Fake News 1: ADHS ist eine Mode-Diagnose

ADHS ist ein neurobiologisches Problem. In unserem Gehirn steuern chemische Botenstoffe, so genannte Neurotransmitter, unsere Aufmerksamkeit und Motivation. Bei Menschen mit ADHS stehen die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin nicht ausreichend zur Verfügung.
Daraus resultieren Symptome wie Unaufmerksamkeit, Impulsivität und manchmal auch Hyperaktivität. Menschen mit einem ADHS haben Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit zu regulieren und das tägliche Leben zu organisieren.

Fake News 2: ADHS ist das Resultat von falscher Erziehung

Wenn ein Kind mit ADHS einem ins Wort fällt oder ununterbrochen spricht, dann hat das nichts mit falscher Erziehung zu tun. Kinder mit ADHS können ihre Impulse nicht kontrollieren. Der Ursprung liegt in der Chemie des Gehirns und nicht in der fehlenden Disziplin. Ein autoritärer Erziehungsstil mit Bestrafung kann die Symptome von ADHS sogar noch verstärken.

Fake-News 3: ADHS kommt von zu viel Zuckerkonsum

Eine übermässige Einnahme von Zucker ist NICHT die Ursache von ADHS, sie kann die Symptome jedoch verstärken. Lebensmittelfarbstoffe und raffinierter Zucker können generell eine erhöhte Hyperaktivität und Unaufmerksamkeit bei Kindern und Jugendlichen auslösen. Aus diesem Grund raten Ärzte bei Kindern mit ADHS von der Einnahme von Energy-Drinks, Gummi-Bärchen, etc. ab.

Fake News 4: ADHS verschwindet im Alter

Über die Hälfte der Kinder und Jugendlichen mit ADHS zeigen die Symptome auch im Erwachsenenalter. Über 5% (steigend) der Erwachsenen haben ein ADHS – sie haben Probleme im Organisieren des täglichen Lebens, leiden unter Depressionen und Ängsten, wechseln häufig den Job, sind frustriert und unglücklich. Mit 47 Jahren habe ich meine ADHS-Diagnose bekommen.

Fake News 5: Nur Jungs haben ADHS

Mädchen sind gleichermassen von ADHS betroffen wie Jungs, zeigen jedoch häufig ein ADHS ohne Hyperaktivität. Dadurch fallen sie weniger auf und werden weniger oft getestet. Mädchen mit einem unbehandelten und nicht diagnostizierten ADHS haben grosse Probleme im Erwachsenenalter.

Fake News 6: Kinder, die Ritalin nehmen, sind als Jugendliche stark suchtgefährdet

Das Gegenteil ist der Fall. Menschen mit einem ADHS sind ständig auf der Jagd nach Dopamin, dem Botenstoff für Glück und Belohnung. Video-Games, Kiffen, Alkohol, Kaffee, Süssigkeiten und weitere „Drogen“ sorgen für das Glücksgefühl und die Anreicherung von Dopamin. Medikamente wie Ritalin sorgen dafür, dass im Synapsenspalt genügend Neurotransmitter vorhanden sind. Sie können die Jagd nach Sensationen stoppen.

Fake News 7: Menschen mit ADHS sind dumm und faul

Ein unterdurchschnittliches Arbeitsgedächtnis und das fehlende Regulieren der Aufmerksamkeit lassen uns Menschen mit einem ADHS oft als apathisch, dumm und faul erscheinen. Motivation für repetitive und einfache Aufgaben aufzubringen, ist für Menschen mit einem ADHS eine sehr grosse Anstrengung und braucht sehr viel Energie.
Ist die Herausforderung jedoch interessant, dann können Menschen mit einem ADHS hyperfokussieren und sind kaum mehr von der Aufgabe abzubringen. Menschen mit einem ADHS haben oft eine erhöhte Intelligenz.

Viele CEOs von grossen und erfolgreichen Unternehmen sowie Berühmtheiten wie Michael Phelps, Justin Timberlake und Simone Biles haben ein ADHS.

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ADHS-spezifische Psychotherapie

Eine ADHS-spezifische Psychotherapie richtet sich an Menschen mit ADHS, die unter einem hohen emotionalen Leidensdruck leiden.

Sie hilft beim Umgang mit Überforderung, starken Gefühlen, geringem Selbstwert, sozialen Schwierigkeiten oder begleitenden Problemen wie Angst oder Depression. Ziel ist mehr innere Stabilität, Selbstakzeptanz und ein besserer Umgang mit den emotionalen Auswirkungen von ADHS.

Ergotherapie

Ergotherapie hilft Menschen mit ADHS, ihren Alltag besser zu strukturieren und handlungsfähig zu bleiben. Sie unterstützt bei Aufmerksamkeit, Organisation, Planung und Impulskontrolle und entwickelt konkrete Strategien für Schule, Arbeit und Alltag. Ziel ist mehr Selbstständigkeit und Sicherheit im täglichen Tun.

Lerncoaching

Lerncoaching richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit ADHS, die ihr Lernen besser organisieren möchten. Es vermittelt individuelle Lernstrategien, unterstützt bei Motivation, Zeitmanagement und Prokrastination und hilft, Lernen ADHS-gerecht zu gestalten. Ziel ist es, Lernen wieder machbar und erfolgreich zu machen.

Psychomotorik

Psychomotorik ist ein pädagogisch-therapeutischer Ansatz, der die enge Verbindung zwischen Motorik und Erleben, Denken und Fühlen betont. Durch gezielte Bewegungsangebote werden nicht nur motorische Fähigkeiten wie Koordination und Geschicklichkeit gefördert, sondern auch Wahrnehmung, Selbstbewusstsein, emotionale Stabilität und soziale Kompetenzen gestärkt.